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Die gesetzliche Pflegeversicherung

Am 1. Januar 1995 trat das "Sozialgesetzbuch / Elftes Buch (SGB XI)" in Kraft, welches die Vorschriften für die Pflegeversicherung in Deutschland beinhaltet.
Die gesetzliche Pflegeversicherung ist der gesetzlichen Krankenversicherung angegliedert. Wer privat krankenversichert ist, muss bei seiner privaten Krankenkasse eine Pflegeversicherung abschließen (§ 20 SGB XI) .

Pflegebedürftigkeit in 3 Stufen

Pflegestufe I

Um die "erheblicher Pflegebedürftigkeit" zu erreichen, müssen regelmäßig und auf Dauer, täglich und durchschnittlich mindestens 90 Minuten Hilfe geleistet werden und davon müssen mindestens 46 Minuten auf mindestens zwei Verrichtungen der Grundpflege entfallen.

Pflegestufe II

Die "Schwerpflegebedürftigkeit" beginnt, wenn täglich durchschnittlich mindestens drei Stunden lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen. Die grundpflegerische Hilfe muss täglich zu mindestens drei verschiedenen Zeiten nötig sein. Es muss mehrmals in der Woche hauswirtschaftliche Hilfe notwendig sein.

Pflegestufe III

Die "Schwerstpflegebedürftigkeit" beginnt, wenn täglich durchschnittlich mindestens fünf Stunden lang Hilfe geleistet werden muss und davon mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen und der konkrete Hilfebedarf jederzeit, auch nachts, gegeben ist (rund um die Uhr). Die schlichte Verlagerung von Pflegemaßnahmen in die Nachtstunden (22 Uhr - 6 Uhr) reicht nicht aus.

Leistungen werden nur nach Antrag gewährt (§ 33 SGB XI)

Antragsberechtigt ist der gesetzlich Krankenversicherte, der aber eine andere Person bevollmächtigen kann.

Bei Antragsstellung lassen die Krankenkassen ein Gutachten vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) erstellen.
Die Unternehmen der privaten Pflegepflichtversicherung beauftragen als Gutachter die eigens dafür gegründete Medicproof GmbH, für die die gleichen Maßstäbe wie für den MDK gelten.

Erstellung eines Gutachtens

Der Gutachter stellt den Zeitbedarf für die persönliche Pflege (Grundpflege: Körperpflege, Ernährung und Mobilität) sowie für die hauswirtschaftliche Versorgung in einem Pflegegutachten fest.
Der Fragebogen umfasst 14 Seiten.

Für Betroffene und Angehörige ist der Besuch des MDK ein wichtiger Termin, der oft von Angst und Unsicherheit begleitet wird.
Wie sich Betroffene und deren Angehörige auf diesen wichtigen Termin vorbereiten, zeigt der Ratgeber Das Pflegegutachten. Er informiert, worauf die Gutachter bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit ein Auge haben und mit welchen Fragen zu rechnen ist. Verhaltenstipps fehlen ebenso wenig wie ein Musterbrief für mögliche Widersprüche. Der Ratgeber kostet 4,90 € und bei den Verbraucherzentralen erhältlich.

Realität und Wirklichkeit

So leicht wie sich die Einstufung in eine Pflegebedürftigkeit liest, ist es aber nicht.
Die Kassen sind aufgebraucht und können nicht beliebig weitere Leistungen tragen.
Selbst wenn man glaubt, dass Pflege unbedingt nötig ist, hängt alles vom Gutachten ab.
Die Realität ist erschreckend, wie Sie im Bericht der ARD "Wenn Oma Pflege braucht", bei "Gott und die Welt" vom 30.01.11 | 17:30 Uhr sehen können.

Fazit